| 10. Juni bis 26.Juli
Jetzt habe ich (Klaus) meine Revanche dafür daß ich so lange alleine im
Büro gelassen wurde. Ich reise heute mit Frau und Enkel nach Europa und
Simone und Detlev können hier die Stellung halten und meine Arbeit mit
erledigen!
Phuket Das Geld vom schwedischen
Parlament ist angekommen und wir können den Fischern wieder ordentlich
unter die Arme greifen. Tut Detlev auch. Er kauft in den kommenden Wochen
23 Fischerboote, Netze, Reusen und Baumaterial für Häuser die wir bauen
oder für Leute die ihre neuen Behausungen selber bauen. Da ist dann leider
auf einer der Baustellen auch Ärger angesagt. Einer der Häuslebauer hat
ohne Absprache mit unserem Baumaterial angefangen sich ein Haus
hinzustellen das mindestens dreimal so groß ist wie sein ehemaliges! Wir
haben Verständnis dafür daß jemand der ein neues Haus bekommt versucht es
etwas größer und gemütlicher zu bauen als das alte. Es kann aber nicht
angehen daß sich jemand von Spendengeldern eine Luxusvilla hinstellt und
andere dafür leer ausgehen weil die Gelder verschwendet wurden. Also, erst
einmal Stop der Zahlungen bis der Bauherr einwilligt in seinen neuen
Palast noch zwei Familien aufzunehmen!
Simone hat alle Hände voll zu tun mit ihren zwei Tagen Englischunterricht
in der Schule in Ban Bang Muang und ihren Verpflichtungen bei dem
Kinderdorfprojekt. Leider hat sich herausgestellt daß einige unserer
Waisen in Ban Bang Muang doppelt gesponsert werden. Wir hatten von Anfang
an in der Schule nachgehakt um das zu vermeiden und jedesmal gehört daß
das nicht der Fall wäre. Nun hat Simone über die Bank herausgefunden daß
einige Kinder doch auch von anderer Seite Geld erhalten. Das ist eine
große Ungerechtigkeit. Es kann nicht angehen daß einige Kinder doppelt
versorgt werden und andere leer ausgehen. Der Schulleitung wurde bei einer
Konferenz klargemacht daß im Widerholungsfall von uns sämtliche
Zuwendungen gestrichen werden. Das ganze ist mehr als ärgerlich und kostet
außerdem viel Zeit da wir jetzt versuchen müssen die anderen Sponsoren
ausfindig zu machen und mit denen einen gemeinsamen Modus zu finden.
Einige Kinder werden von der Asia Foundation gefordert. Diese Stiftung ist
sehr kooperativ und hilft mit das Problem zu lösen. Ein paar weitere
Kinder erhalten von "chock Dee" einer französischen Organisation
Unterstützung die leider gar nicht zur Zusammenarbeit bereit ist und
nichts unternimmt. Wir hoffen das Problem bis Ende August im Griff zu
haben und werden die entsprechenden Paten informieren. Wirklich schade daß
wir unsere Zeit mit solchen Dingen vergeuden müssen. Es gäbe wirklich
genug produktives zu tun für uns.
Europareise Unsere Europatour war von sechs Wochen Dauer. Viel Zeit für privates war
dabei nicht. Zwei Wochen Dreharbeiten unter Wasser in Spanien. Den ganzen
Tag volles Rohr. Aber ich hatte doch Gelegenheit abends ab und zu mit
alten Freunden einen draufzumachen. Das Arbeiten dort war auch easy und
sehr erfolgreich. Und es war schön meine alten Tauchgründe wieder zu
sehen. Vor allem hat mich gefreut daß sie noch so gut intakt sind.
Danach eine Woche Stromboli. Das war kein Vergnügen. Unter Wasser nicht
viel los. War allerdings auch nicht wichtig. Wir brauchten die
Vulkanlandschaft unter Wasser und davon gab es reichlich. Aber die
Arbeitsbedingungen waren mehr als mies. Das kalte Wasser und die reichlich
vorhandenen Nesselquallen haben nicht so sehr gestört. Das mehr als
bescheidene Appartement ist auch nicht so wichtig. Aber die Tauchbasis die
wir benutzen mußten (die einzig vorhandene) war eine einzige Katastrophe:
Etwas Wind - da kann man doch nicht zum Tauchen fahren! Also mehrmals vom
Hafen aus tauchen mit riesigen Fähren über einem die dröhnen daß Leber und
Milz vibrieren.
Eine viertel Stunde eher oder später raus fahren war absolut unmöglich.
Selbst wenn wir die einzigen Kunden waren.
Das Personal absolut unfähig. Weiß nicht einmal auf Italienisch den
Unterschied zwischen Höhle, Überhang oder Torbogen. Anlaufen der
Tauchplätze ist absolute Glückssache. Mal werden sie gefunden, mal nicht.
Was einen dort erwartet ist den Experten unbekannt.
Preise zum davonlaufen auf der ganzen Insel.
Wir haben die nötigen Szenen aufgenommen. Sind uns aber einig - Stromboli
nie wieder.
Danach eine Woche auf einem ozeanografischen Schiff mit Forschungs-Uboot
vor der französischen Küste. Da war es wieder toll. Die Jungs auf dem
Dampfer sind jeder ein Experte auf seinem Gebiet, cool, freundlich und
absolut professionell. Das hat richtig Spaß gemacht und dort haben wir
auch echt was geschafft. Wir haben dort an einem antiken Wrack in ca. 100m
Tiefe gedreht.
Am 12. Juli wurde ich morgens um sechs an Land gebracht und zum Flughafen
von Marseilles gefahren. Von dort mit dem Flieger nach Köln und weiter mit
der Bahn nach München um Prob und meinen Enkel bei meiner Familie
abzuholen und nach Hamburg zu fahren. Am nächsten Morgen lag ich um 9 Uhr
morgens beim Augenarzt unter dem Messer um mich am rechten Auge operieren
zu lassen.
Dort mußte ich bis zum 20. bleiben zur Nachbehandlung des rechten Auges.
Am linken hatte ich einen bösen Herpesschub den ich mit der normalen
Behandlung nicht mehr loskriegte. Aber ich war ja in besten Händen. Peter
Kuhn und seine Frau Waltraud haben mehr als ihr bestes getan - in
medizinischer wie persönlicher Hinsicht.
Ich hatte nicht bedacht daß ich nach der Operation meine ganzen Brillen in
den Müll werfen konnte. Also konnte ich dann auch nur sehr mühsam Mails
und Telefonnummern lesen. Echt toll wenn man so von aller
Kommunikation abgeschnitten ist. Aber die Operation hat sich gelohnt.
Jetzt, sechs Wochen später bin ich heilfroh daß ich sie habe machen
lassen.
Die letzten vier Tage haben wir bei Familie und Freunden verbracht. Die
haben sich natürlich gefreut. Allerdings wurde unsere vorgesehene
Deutschlandtour durch die Augengeschichte erheblich verkürzt. |