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26.Juli - Hurra ich sehe wieder
richtig! Seit 26. Juli sind wir wieder zurück in Phuket. Und
am 6. August habe ich meine erste provisorische Brille bekommen (die
endgültige kann erst in ca. einem Monat bestimmt werden) und fange an
richtig zu arbeiten. Macht echt Spaß wenn man wieder sehen kann was einem
die Leute schreiben und auch ein Auto wieder selbst steuern kann. Detlev
ist am 31.Juni nach Deutschland abgereist um persönliche Angelegenheiten
zu regeln. Er wird in der zweiten Septemberhälfte zurück kommen und uns
allen fehlen. Sowohl arbeitsmäßig wie auch als Freund. Daß er in
Deutschland ist heißt aber nicht daß er nichts für unsere Projekte tut. Er
hat sich da einiges vorgenommen.
11.August. Ich habe in den letzten Tagen nur zeitliche Spagate zwischen
Büro, Bootskäufen für Fischer, Sonderfälle von Waisen,
Einweihungszeremonien für eine Kinder-Hotline, ein fahrendes
Betreuungsprojekt für Tsunamikinder und ähnliches gemacht. Und vor drei
Tagen hat man uns wieder 24 Tsunamiwaisen angebracht die wir bis Dezember
betreuen müssen. Danach gehen die Kinder in das Waisenhaus das der König
baut und sind versorgt. Die Kinder sind momentan in Notunterkünften
untergebracht und werden von Lehrern die selbst Tsunamiopfer sind betreut.
Das ist für die Lehrer eine doppelte Belastung. Sie müssen tagsüber in der
Schule unterrichten und vor und nach dem Unterricht die Kinder betreuen:
die kleineren baden, die größeren beaufsichtigen daß sie baden, Wäsche
waschen und Ordnung in den Unterkünften
halten die viel zu klein für Kinder und Lehrer sind. Die Gruppe ist in den letzten Monaten schon
dreimal umgezogen. Niemand will sie haben denn 24 Kinder zwischen 2 und 13
Jahren sind eben manchmal etwas laut. Die Lehrer sind völlig überlastet
und an den Grenzen ihrer Kapazität. Wir versuchen deshalb eine
Krankenschwester und zwei Hausmädchen einzustellen die den Lehrern die
Arbeit mit den Kindern abnehmen und die Kinder die teilweise ziemlich
verwahrlost sind besser versorgen. Sie sind nicht immer "ganz sauber, alle
von Mückenstichen und schlecht heilenden Kratzwunden übersät. Außerdem
wollen wir die Kinder an den Wochenenden aus dem Lager rausholen damit sie
mal eine andere Umgebung zu sehen bekommen.
Eben kommt wieder eine Hilfeersuchen rein für ein Dorf südlich Tap Lamu.
Dort sind in einer Schule ca. 60 Kinder die angeblich nur eine Mahlzeit am
Tag bekommen! Das Problem wird wohl auch auf unserer Liste landen.
Inzwischen haben viele Leute gelernt daß es am schnellsten geht wenn sie
uns solche Sachen auf den Tisch legen. Langweilig wird uns bestimmt
nicht. Ich hoffe aber doch daß es bis Oktober ruhiger wird. |