Fischerei
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DER Wirtschaftsfaktor an der Küste außerhalb der Touristenzentren
Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen Thailands.
Außerhalb der Touristenzentren ist an sämtlichen Küsten Thailands der
Fischfang eine wichtige Einnahmequelle für die Einheimischen. Davon
profitiert nicht zuletzt auch wieder der Tourismus. Thailand ist
schließlich nicht zuletzt wegen seiner ausgezeichneten Küche mit einer
riesigen Auswahl an Gerichten aus Fisch und Meeresfrüchten bekannt.
Viele
große und kleine Firmen sowie sehr viele Kleinfischer verdienen Ihren
Lebensunterhalt mit dem Fischfang. Direkt davon abhängig sind viele
Fischfabriken, lokale Märkte und Restaurants. Der Tsunami hat einen
beträchtlichen Teil der thailändischen Fischereiflotte und vor allem sehr
viele der Longtailboote von Kleinfischern zerstört. Die Firmen werden wohl
dank staatlicher Hilfen und eigenen finanziellen Reserven überleben. Aber
viele der Kleinfischer haben nicht nur Familienangehörige, Heim und Boot
verloren. Sie haben zum größten Teil auch keinen Anspruch auf staatliche
Hilfe weil sie ihre Boote nicht beim Fischereidepartment registriert
hatten. Da sie allesamt weder über finanzielle Reserven verfügen noch
einen Kredit von den Banken bekommen stehen sie vor dem Nichts.
Die Fischer
kommen aus eigener Kraft nicht aus dieser Situation heraus und werden
jahrelang darauf angewiesen sein von Hilfsorganisationen durchgefüttert zu
werden, irgendwelche Tagesjobs anzunehmen oder ins kriminelle Milieu
abgleiten. Das ist der Punkt an dem unserer Meinung die Hilfe ansetzen
sollte. Und genau das versuchen wir zu tun.
Bootsbeschaffung
Sobald man diesen Menschen
ein kleines Longtailboot und Fanggerät zur Verfügung stellt sorgen sie
wieder selbst für Ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Familie. Sie
brauchen keine weitere Unterstützung, tragen durch ihre Arbeit zum
Wachstum der lokalen Wirtschaft bei, versorgen Einheimische und Touristen
mit frischem Fisch und finden Ihre Selbstachtung wieder. Es ist wirklich
eine Freude zu sehen wie verzweifelte, hoffnungslose Menschen durch die
Gabe eines kleinen Bootes zu stolzen Fischern metamorphieren und bei Wind
und Wetter ihrer schweren Arbeit mit Freude nachgehen.
Unsere Taktik
ist die Fischer selbst nach gebrauchten Booten suchen zu lassen (sie haben
ja keine neuen Boote verloren und für den Preis eines neuen Bootes kann
man zwei Familien mit einem gebrauchten helfen) die ihren Bedürfnissen
entsprechen. Einige arbeiten alleine und benötigen ein kleines Boot.
Andere arbeiten im Familienverband mit mehreren Leuten und brauchen ein
größeres Boot. Hat der Empfänger ein passendes Boot gefunden und der Preis
ist in Ordnung, dann wird es für ihn gekauft.
Um Mißbrauch zu vermeiden
werden von Verkäufer und neuem Besitzer die Personaldaten erhoben und
beide bei Vertragsabschluß fotografiert. Ferner muß der Empfänger
unterschreiben daß er das Boot zum vorgesehenen Zweck verwendet und nicht
verkaufen darf. Bei Zuwiderhandlung sind wir berechtigt das Boot
zurückzufordern und jemand anderem zu geben. Leider sind wir schon auf
Fälle gestoßen wo vom gleichen Empfänger Boote bei verschiedenen Stellen
beantragt wurden oder frisch gespendete Boote gleich wieder verkauft
werden sollten. Diesen Mißbrauch versuchen wir dadurch zu unterbinden daß
wir unsere Datenbank jedem der auf dem Gebiet tätig ist, zur Verfügung
stellen.
Ausrüstung der Boote Sobald der Fischer sein Boot besitzt muß er noch mit Netzen
oder anderem Fanggerät ausgerüstet werden, eine Eiskiste bekommen um
seinen Fang frisch zu halten und Geld für eine erste Betankung
und Eis bekommen und er ist wieder fähig
für seine Familie und sich selbst zu sorgen. Anstelle von Netzen brauchen die
meisten Seezigeuner (eine ethnische Minderheit die sehr weit unten auf der
sozialen Skala steht) primitive Kompressoren, lange Plastikschläuche und
Masken mit denen sie dann tauchen
gehen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Bootszeremonie Sind genügend Boote beschafft dann
werden diese in einer offiziellen Zeremonie geweiht, mit Schärpen am Bug
und Blumen geschmückt und nach einem inoffiziellen, aber immer wilden,
Bootsrennen endgültig in Dienst gestellt. Das Schmücken des Bugs soll den
Schiffsgeist, der nach dem Glauben der Fischer in jedem Boot wohnt, gnädig
stimmen, für guten fang und die Sicherheit der Besatzung sorgen. Es ist
rührend zu sehen wie sehr sich die Fischer bemühen ihre Schiffsgeister
gnädig zu stimmen. Für uns ist es immer wieder schön zu sehen wie eine
weitere kleine Flotte von Fischerbooten in See sticht und die Fischer
wieder in ihrem Element sind.
Das haben wir bisher getan
Für König Carl Gustav XVI von Schweden bei der Beschaffung von 80 Booten
geholfen. Die noch ausstehenden 20 Boote werden innerhalb der nächsten
zehn Tage beschafft und ausgeliefert sein. Aus eigenen
Projektgeldern knapp 30 Fischerboote mit Motor gekauft Ein Dutzend
Boote die schwer beschädigt waren repariert Für sieben Boote Motoren
gekauft Für neun Seezigeuner "Knacki-Kompressoren" und primitive
Tauchausrüstung gekauft. Achtzehn Boote mit Netzen und Eiskisten
bestückt (die Zahl ändert sich fast täglich). Über 20 Fischern Geld für Erstbetankung und Eis übergeben
Für Behörden und andere Organisationen eine Datenbank
erstellt in der Bootsverkäufer und -empfänger erfaßt sind. Dadurch werden
doppelte Sponsorschaft und Betrügereien verhindert.
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