Oktober 2005  - erste Hälfte

Ein Computercrash (selbstverschuldet) hat uns büromäßig Wochen gekostet. Wir konnten einen großen Teil der Daten von Sicherungen und usneren verschiednen Computern wieder herstellen. Einige wichtige Crusaiders Dateien waren aber endgültig in den Cyberspace entschwunden. Die mussten in langen Nachtschichten mühsam von Hand wieder neu generiert werden. Ironie des Schicksals: der Unfall passierte bei der Einrichtung eines Servers der die Datensicherheit für uns garantieren sollte! Der Täter - ein kahlköpfiger Tauchlehrer der auf den Namen Klaus hört - "genießt" die Überstunden immer noch.

Am 4. November ist mal wieder ein Besuch auf dem Festland fällig. In der Schule in Ban Bang Muang müssen Kinderkonten überprüft werden. Das ist immer eine recht langwierige Angelegenheit, gehört aber zu den Pflichtübungen.
Dann steht ein Besuch im Ortsteil Laem Pom in Baan Nam Kem an. Die dortigen Einwohner waren mit am schlimmsten betroffen und haben wegen Landstreitigkeiten einen schweren Stand. Am Eingang des Ortsteils liegt als Mahnung eines der vom Tsunami zerschmetterten Boote.
Von allen Ortsteilen Nam Kems ist Laem Pom der mit Abstand am wenigsten wieder aufgebaute und derjenige der die wenigste Hilfe bekommt. Heute stehen 210 große Betonringe für Brunnenbau und ein paar LKW-Ladungen mit Sand für die Befestigung der Wege auf unserem Programm.
Die Arbeiten an den anderen Häusern in Nam Kem die wir unterstützen gehen gut voran. Das Ortsbild hat sich bisher bei jedem Besuch zum Vorteil verändert.
Am Ortsausgang stoßen wir auf ein Freiluftlokal das von vier Damen betrieben wird. Diese haben durch den Tsunami ihr Heim und Angehörige verloren. Ein Europäer hat ihnen ein paar mit mit Palmblättern überdachte Tische und Bänke spendiert in denen sie nun Ihr "Restaurant" betreiben. Die Unterkunft ist eine Bambushütte in der man noch nicht einmal stehen kann. Aber alles ist blitzsauber und das Essen schmeckt. Die vier haben einen Bauplatz gemeinsam mit anderen überlebenden Familienmitgliedern auf dem sie versuchen sich ein gemeinsames Heim zu bauen. Wie immer mangelt es auch hier an allem. Also kaufen wir als erstes Sand, Zement und anderes Baumaterial.

Peter Thorand vom Rotary Club Taksin in Pattaya lässt uns über Michael wissen dass seine hydroponische Gärtnerei nicht zwei sondern locker fünf Familien ernähren kann. Das auf diese Weise gezogene Gemüse wird gerne von Hotels und großen Supermaktketten gekauft. Es kommt ohne Pestizide und Chemikalien aus und ist direkt nach der Ernte sauber weil es ja nicht im Boden gewachsen ist. Wir nehmen das Angebot gerne an und denken als erstes an das Flüchtlingscamp in Krabi. Die Leute dort können das Geld das sie mit der Anlage erzielen können gut gebrauchen. Oder sie können das Gemüse zum Aufbessern Ihrer kärglichen Verpflegung verwenden. Der Lagerleiter ist auch begeistert und verspricht sich schnellstens um ein passendes Gelände zu bemühen.
Für die 160 Kleinkinder kaufen wir erst mal wieder Milchpulver aus unserem Spendenaufkommen. Denn von den angeschriebenen großen Kindernahrungskonzernen hat noch keiner reagiert!

Die Situation auf der Insel PeePee liegt uns schwer im Magen und wir versuchen Mittel für Boote für die dortigen Einwohner zu beschaffen. Es will uns immer noch nicht in den Kopf dass bei all dem monatelangen Aufwand und Geschrei das dort veranstaltet wurde kaum Boote für die Leute  gespendet wurden.

Antragsteller bei der Registrierung

Von Claude Baltes, Manager des Evason Resorts in Phuket und seinem Freund Roby Fehlen aus Luxemburg bekommen wir Geld für den Kauf von zehn kompletten Booten mit Motor und Ausrüstung zugesagt. Die beiden haben schon dutzende von Booten für Dörfer im Norden von Kolaburi finanziert. Es ist erstaunlich was da aus Luxemburg, das ja nicht gerade zu den größten Ländern Europas zählt, an Hilfe kommt. Ein anderes Beispiel für die mehr als großzügige Hilfe aus Luxemburg ist Joseph Baustert der  mit unermüdlicher Energie alle möglichen Tsunamiprojekte unterstützt. unter anderem auch das Haus das Simone in Karon baut.

Die zehn Boote geben wir unverzüglich bei zwei kleinen Bootsbaubetrieben in der Provinz Krabi in Auftrag. Es sind echte "Buschwerften" aber die Boote die sie bauen sind schön und grundsolide. Die Motoren werden in Bangkok bestellt und die Longtailantriebe sowie die nötigen Umbauten bei kleinen Schlossereien in Krabi in Auftrag gegeben. Philippe Cholakowski, ein französicher Voluntär der sich in mehreren Projekten in PeePee stark engagiert, übernimmt die Überwachung der Arbeiten.