Oktober 2005 - zweite Hälfte

Die "neu angelieferten" Waisen aus Khao Lak sind in der Datenbank erfaßt. Aber ehe wir versuchen Paten für sie zu finden wollen wir sie natürlich noch selbst in Augenschein nehmen. Gelegenheit dazu erhalten wir bei einer Kinderparty die ein paar Voluntärsgruppen aus Khao Lak für die Kinder organisieren. Wir besorgen unsere bewährten Clowns für das Fest. Und Lady Chakraband und Illya Smirnoff von Childline schicken wieder ihr bewährtes Personal zur Unterstützung. Das ganze fängt mal wieder recht schleppend an bis die Clowns das Eis brechen. Dann wirds lebendig und beim Buffet ist das Eis schon lange gebrochen. Die Kinder hatten einen tollen Nachmittag, bekamen Geschenke undgutes Essen. Und die Betreuer, allen voran Simone, hatten ihren Spaß.

Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt Kinder und die Erwachsenen bei denen sie leben in Augenschein zu nehmen. Der größte Teil der Anträge der bei uns eingegangen war ist berechtigt.

Traurig, aber notwendig - das Erfassen der Waisendaten

Leider mussten wir mal wieder Leute aussortieren die ohne Not an der Großzügigkeit von gutmütigen Spendern partizipieren wollten. Da beantragte eine Dame Hilfe für Ihren Enkel. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter kamen durch den Tsunami um. Was sicher sehr schlimm ist. Besagte Dame ist allerdings Besitzerin einer Gummiplantage mit zwanzig Angestellten die sie mit ungefähr 4.000 Baht pro Monat (ca. 80 Euro) "großzügig" entlohnt. Ferner besitzt sie ein riesiges Haus und fuhr in einem nagelneuen Auto vor! Daß dieser Antrag bei uns in den Papierkorb wanderte ist wohl klar. Was uns nicht verständlich ist dass besagte Dame sich ohne Scham in die gleiche Reihe mit einigen Ihrer Angestellten fügte die Hilfe wirklich brauchten.

Betreffs der hydroponischen Gärtnerei gibt es schlechte Neuigkeiten. Die Moschee auf deren Gelände das Flüchtlingslager steht kann leider keinen Platz für die Anlage zur Verfügung stellen. Der Lagerleiter versucht daraufhin in der Umgebung Land dafür zu bekommen. Dies scheitert an der Gier der dortigen Landlords. Sie wollen für eine brachliegende Fläche von 40 x 40 m mehr Pacht haben als man für ein gut eingerichtetes Wohnhaus zahlen muß. Schweren Herzens entscheiden wir uns die Anlage an andere Tsunamiopfer zu geben.

Der Bootsbau in Krabi läuft trotz gelegentlich heftigem Regen innerhalb des Zeitplanes. Die Bootsbauer leisten hervorragende Arbeit und man sieht bei jedem Besuch große Fortschritte. Die Schlosser sind auch fleißig dabei die Antriebe an die Motoren zu montieren und das zubehör zu installieren. Sieht so aus als wenn die Fischer pünktlich zu ihren Booten kämen.

Simones Baustelle in Karon für die Familie auf dem Tempelgelände macht auch Fortschritte. Die Arbeit dort ist mühsam weil alles Material zu Fuß den Steilhang hinaufgetragen werden muß. Aber man sieht bei jedem Besuch den Fortschritt.