Wie wir entstanden?

Das weiß eigentlich niemand mehr so richtig. Es ergab sich aus der Situation heraus. Als Klaus, Familie, Angestellte und gerade anwesende Gäste feststellten das sie außer dem Schrecken und finanziellen Verlusten nichts weiter zu beklagen hatten kam man zu der einhelligen Meinung das Hilfe für diejenigen die es schlimmer getroffen hatte angesagt war.

Erste Maßnahmen waren Blutspenden, Essen und Hilfsgüter für die Obdachlosen besorgen, Dolmetscherdienste und ähnliches. Schnell kamen dann die ersten Bitten zur Hilfe bei der Suche nach Vermissten. Die ersten Spenden fingen unaufgefordert an zu fließen. Als sich langsam die Größe der Katastrophe herauskristallisierte ging ein Großteil unserer Sympathien an die Waisenkinder sowie Fischerfamilien die Heim und Boote verloren hatten. Im Zuge der Vermisstensuche wurde dann ein Sammellager für Waisen besucht. Diese wurden so gut betreut das Hilfe unsererseits nicht notwendig war.

Beim anschließenden Besuch von Baan Nam Kem und der nahe liegenden Schule Ban Bang Muang mußten wir (Klaus, Prob, Dao) entdecken das der Schrecken noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht hatte. Die Ortschaft war praktisch ausradiert und von vormals 7.000 Seelen hatten mal gerade 2.000 überlebt. Die Schule Ban Bang Muang war zum Auffanglager für Obdachlose und Waisen geworden. In den Gesichtern der Erwachsenen spiegelten sich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und die Kinder bewegten sich teilweise wie in einem Albtraum. In diesen touristisch nicht bedeutenden Orten war auch die Hilfe und Aufmerksamkeit viel geringer als in den Touristenzentren. Dort entstand spontan unser Entschluss mehr zu tun als nur nach Vermissten zu suchen und Essen zu spenden.

Die erste, rudimentäre Waisendatenbank entstand und wir fingen an Paten zu suchen. Simone die nach Phuket gekommen war um sich von Freunden die Tsunamiopfer geworden waren zu verabschieden stieß zu uns. Detlev entschloß sich seinen Tauchlehrerkurs zu verschieben und seine gesamte Kraft in die Flutopferhilfe einzubringen, Chune und Michael Breeger verließen ihre sichere Bleibe in Sattahip und fuhren nach Phuket um dem Team beizutreten und Dao und Sai wurden auf unbestimmte Zeit von der Tauchbasis beurlaubt um helfen zu können. Poseidon CrusAIDers war geboren. Auf unsere Aufforderung zur Hilfe und Rat meldeten sich viele Freunde und Unbekannte die uns mit Rat und Tat unterstützen und unsere Überseemitglieder Julia Mehira, Tanja Braun und Mary Lopez stellten dem Team Ihre Erfahrung, spezifisches Wissen und Arbeitskraft zur Verfügung. Viele zeitweise Helfer nahmen (und nehmen) uns jede Menge Arbeit ab und unterstützen uns mit Übersetzungen, juristischen und administrativen Ratschlägen, Reklame für unser Projekt, Spenden und Spendenaktionen und mit vielem anderen.

Aus der anfänglichen Vermisstensuche und angedachten Hilfe für ein paar Waisenkinder haben sich verschiedene Aktivitäten entwickelt:

Die Vermisstensuche geht weiter, aber sehr reduziert, da es nur wenig neue Erkenntnisse gibt. Zum Glück unterstützen uns BKA und Thai Behörden nach Kräften. Leider konnten wir auf diesem Gebiet erst vier Vermisste lebend wieder auffinden und drei Verstorbene identifizieren.

Die Waisenbetreuung und Vermittlung in Patenschaften nimmt einen großen Teil unserer Aktivitäten in Anspruch. Von inzwischen fast sechzig erfaßten Waisen sind 45 schon in Patenschaften untergebracht. Nächste Woche kommen nochmals fünfzehn Kinder dazu. Leider besteht vorerst an Voll- und Halbwaisen kein Mangel!

In Baan Nam Kem und Phuket betreuen wir inzwischen 28 Fischerfamilien die Heim und Boote verloren haben. 20 Familien haben inzwischen wieder Boote, Motoren und Fanggeräte von uns. Sechs Familien wurden die schwer beschädigten Boote und Motoren wieder instand gesetzt. Der Rest wird wohl in den nächsten zwei Wochen die nötige Hilfe bekommen. Leider warten auch hier noch viele Familien auf Hilfe.

Der Schule in Ban Bang Muang wurde inzwischen in Zusammenarbeit mit der Phuketer Hotelassoziation und dem GM des Evason, Mr. Alasdair Junior, ein Bibliotheksgebäude mit Möbeln, Büchern und Computer-Selbstlernzentrum, ein neues Toilettengebäude, Küche und Speisesaal genehmigt und finanziert. Die Waisen in dieser Schule sind alle in Patenschaften untergebracht.