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26. Dezember 2004
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Übersicht Kurz vor zehn Uhr morgens trifft der Tsunami die Westküste Thailands und richtet verheerende Schäden an. Am schlimmsten sind die Insel Koh PeePee und die flache Küste von Khao Lak bis hoch nach Ranong betroffen. In Sekunden verlieren Tausende von Menschen ihr Leben und zahllose Häuser, Geschäfte, Hotels und Bungalows werden zerstört. Autos und Busse werden von der Flutwelle von der Straße gewaschen und zerknittert wie leere Zigarettenschachteln. Kriegsschiffe werden kilometerweit ins Landesinnere getragen und im Trockenen abgesetzt. Fischkutter zerschmettern Häuser samt Einwohnern unter sich und die Boote von Kleinfischern werden wie Pappschachteln zerdrückt. Innerhalb von Minuten werden Zehntausende obdachlos und Hunderte von Kindern zu Waisen. Die Katastrophe ist so groß das sie sich zuerst der menschlichen Vorstellungskraft entzieht. Nur langsam wird das volle Ausmaß des Schreckens bekannt und die Horrormeldungen steigern sich im Stundentakt. Die Bilder die in Übersee im Fernsehen gezeigt werden sind schrecklich. Die Wirklichkeit vor Ort ist aber um vieles schlimmer. Kein Land kann auf eine Katastrophe dieses Ausmaßes vorbereitet sein. Die Bevölkerung und die Behörden sind in den ersten Stunden wie gelähmt. Langsam, dann immer schneller laufen die Hilfsmaßnahmen erst unkontrolliert, später gut organisiert an. Alle privaten Flüge in die betroffenen Regionen werden storniert. Die Flugzeuge werden auf dem Hinweg für den Transport von Ärzten, medizinischem Personal und Hilfsmaterial belegt. Auf dem Rückweg transportieren sie ausländische Flutopfer, vor allem Verletzte nach Bangkok. Innerhalb kurzer Zeit steht eine gut funktionierende Luftbrücke. Aus dem ganzen Land werden Militär, Polizei, Beamte und Helfer des Zivilschutzes zusammengezogen. Klaus Orlik, Gäste, Familie und Personal von Poseidon: Wir haben das große Glück nicht ein Leben verloren zu haben. Alle bei uns sind wohlauf. Dao, unsere Rezeptionistin, wurde als einzige Von der Flutwelle aus dem einstürzenden Gebäude der Tauchbasis gerissen und ca. 500 m längs des Strandes geschleift bis sie aus dem Wasser geholt werden konnte. Sie hat üble Zerrungen und Quetschungen am linken Bein und ein paar Wunden die genäht werden mussten, ist aber außer Lebensgefahr. Tauchclub: Das Gebäude der Basis wurde zerstört. Der Tsunami durchbrach mit dem ersten Schlag die Wände, zertrümmerte die Einrichtung und nahm einen großen Teil der Tauchausrüstung, Unterlagen und Ersatzteile mit. Eingelagerte Gästeausrüstungen die im ersten Stock gelagert waren blieben glücklicherweise verschont. Tauchboote: Beide Boote blieben unbeschädigt. Eines war zum Tauchen bei Koh Dork Mai. In tiefem Wasser haben Tsunamis keine zerstörerische Wirkung. Es war sogar eine Tauchgruppe im Wasser die außer extrem starker Strömung keinerlei Schwierigkeiten hatte. Das zweite Boot lag in Chalong Bay vor Anker und blieb auch unbeschädigt. Unterkünfte: Das Evason Phuket und das Vighit Resort, die beiden Anlagen in denen unsere Taucher wohnen sind verschont geblieben. Das Evason hat den Anlegesteg verloren der wieder aufgebaut wird und die Treppe zum Strand wurde beschädigt. Siewar schon am 28. Dezember wieder repariert. Etliche Hotels direkt an den Stränden an der Westküste von Phuket sind mehr oder weniger stark beschädigt. Bei allen wird mit Hochdruck an der Instandsetzung gearbeitet. Anlagen ab zweiter Linie haben keine Schäden davongetragen. Aktivitäten: Das gesamte Telefonnetz ist so überlastet das die Kommunikation praktisch nicht stattfinden kann. Nachdem sichergestellt war das Dao außer Lebensgefahr und gut versorgt im Krankenhaus lag galt unsere erste Sorge Gästen und Personal auf dem Tauchboot. Als bekannt wurde das in der Richtung keine Probleme existierten versuchten Familie, Personal und Gäste aus dem zerstörten Tauchclub zu retten was übrig geblieben war. Immer wieder gestört von panischen Ankündigungen eines neuen Tsunami dauerte das bis in den späten Nachmittag. Dann wird langsam die volle Tragweite der Verwüstung klar. In Radio und Fernsehen kommen pausenlos Aufrufe zur Hilfeleistung. Anwesende Taucher, Familie und Personal der Tauchbasis begeben sich geschlossen zum Blutspenden. Anschließend kochen die Frauen Verpflegung für das provisorische Auffanglager für die Ausländer die durch die Flutwelle obdachlos geworden waren. Die Männer brachten Verpflegung, Bettwäsche und andere Hilfsgüter in das Auffanglager. Klaus wurde direkt nach dem Blutspenden als Dolmetscher in das Auffanglager verpflichtet. |