29. Dezember                                                                    Zurück zur Übersicht

Der Wideraufbau der Tauchbasis hat begonnen. Es ist deprimierend Überbleibsel wie den zum Hufeisen verbogenen Schreibtisch an dem Dao saß als der Tsunami sie zur Taucherin machte zu entsorgen. Aber der Neuanfang ist wichtiger. Wer es nicht selbst erlebt hat wird kaum glauben wieviel Abfall bei solch einer Katastrophe anfällt und wie mühsam es ist die Trümmer zu beseitigen. Jürgen, der technische Direktor der Evason Hotelkette bekommt in diesen Tagen graue Haare und wünscht sich wahrscheinlich weit weg in die Karibik.

Staatliche Organisationen und Zivilbevölkerung tun ihr Bestes um Ausländern und Betroffenen Thais zu helfen. Man hat völlig unbürokratisch und schnell aus dem ganzen land Ärzte, medizinisches Personal, Polizei, Beamte und freiwillige Helfer in die Krisenherde geschickt die rund um die Uhr am Rande der Erschöpfung arbeiten. Ganze Schulklassen sind in den Sammellagern der Überlebenden und der Toten damit beschäftigt Opfer oder Angehörige die Opfer suchen sowie die Helfer zu verpflegen und zu betreuen. Pausenlos rollen LKWs und Pickups mit Spenden von Firmen und Privatpersonenpersonen in die Sammelstellen, alte Omas die selbst arm sind, fahren mit dem Moped ein um zwei Tüten mit Essen oder Wasser abzuliefern. Jedem Ausländer der Hilfe sucht stehen sofort Betreuer zur Seite. Medizinische Versorgung, Verpflegung und Überseetelefon stehen gratis zu Verfügung Hilfesuchender.

Formalitäten und Bürokratismus sind auf ein Minimum reduziert. Die liebevolle und umsichtige Art mit der die selbst schwerstens betroffenen Thais Ausländer betreuen wird später im Ausland Würdigung finden. Nicht umsonst steht dieses Land ganz oben auf der Urlaubsliste von Europäern.
Der zeitliche Druck bei der Vermißtensuche ist ungeheuer. Ich, Klaus, halte mich teilweise nur noch mit Medikamenten wach. Die Erfolgsaussichten sind wegen des ungeheuren Anfalls von unidentifizierten  Überlebenden und Toten gering. Ich habe bisher leider erst eine Vermißte, eine Kanadierin, gefunden. Zum Glück lebend.

Zurück zur Übersicht